Zahnarztpraxis, Hans-Jörg Herzog
zahnarzt

Zahnarztpraxis
Hans-Jörg Herzog


Karl-Marx-Str. 9
04158 Leipzig

Telefon: (0341) 5 21 71 10
Telefax: (0341) 5 21 71 12

Schreiben Sie uns

Gesundheitsnachrichten

Welche zusätzlichen zahnärztlichen Leistungen stehen gesetzlich Versicherten mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung zu?

Welche zusätzlichen zahnärztlichen Leistungen stehen gesetzlich Versicherten mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung zu?

Neue Broschüre informiert über Versorgung zu Hause, in Pflegeheimen und sonstigen Einrichtungen

Die Mundgesundheit ist für Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung sehr wichtig. Das gilt besonders dann, wenn Betroffene nicht oder nicht mehr ausreichend in der Lage sind, für ihre Mundgesundheit selbständig und eigenverantwortlich zu sorgen. Gesunde Zähne, Zahnfleisch und intakter Zahnersatz bedeuten schließlich viel mehr als Funktionalität beim Essen und Sprechen. Auch der allgemeine Gesundheitszustand und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft werden durch die Mundgesundheit erheblich beeinflusst. Das bedeutet Lebensqualität.

Die neue Broschüre „Zusätzliche zahnärztliche Versorgungsangebote für Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung“ informiert über spezielle zahnärztliche Leistungen, die von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) übernommen werden – in der Zahnarztpraxis, aber bei Bedarf auch in der Wohnung der Patienten, einer Wohngemeinschaft oder in einer Pflegeeinrichtung. Herausgeben wird die Broschüre gemeinsam von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV), Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) und dem Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa).

Zusätzliche zahnärztliche Leistungen
Neben den regelhaften Vorsorgeuntersuchungen können Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung zusätzliche zahnärztliche Leistungen beanspruchen, die von den gesetzlichen Krankenkassen einmal im Kalenderhalbjahr übernommen werden. Dazu zählen zum Beispiel die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Aufklärung über richtige Zahn- und Mundpflege und die Entfernung von Zahnstein. Diese Leistungen sollen dazu beitragen, das Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen zu senken sowie die Mundgesundheit der Betroffenen zu erhalten und zu verbessern.

Schwerpunkt bei zahnärztlicher Prävention

Der Schwerpunkt der zusätzlichen ambulanten und stationären Leistungen liegt bei zahnärztlicher Prävention, also der Vorbeugung von Krankheiten. Patienten, Angehörige und Pflegekräfte können sich mit der Broschüre unter anderem über die aufsuchende Versorgung zuhause sowie im Rahmen von Kooperationsverträgen zwischen Praxen und Pflegeeinrichtungen informieren. Sie erfahren, wo die Leistungen in Anspruch genommen werden und wie Pflegekräfte und Angehörige einbezogen werden können. So ist die aufsuchende zahnärztliche Versorgung auch in Einrichtungen möglich, in denen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder am Leben in der Gemeinschaft, die schulische Ausbildung oder die Erziehung von Menschen mit Behinderungen im Vordergrund stehen, wie etwa in Werkstätten. Zudem wird erläutert, welche Behandlungen vor Ort möglich sind und wann der Transport in eine Praxis erforderlich ist. Auch gesetzliche Regelungen zu Krankenfahrten und -transporten im Falle einer Behandlung in der Zahnarztpraxis werden verständlich dargestellt.

Wo ist die neue Broschüre erhältlich?

Die Broschüre „Zusätzliche zahnärztliche Versorgungsangebote für Menschen mit Pflegebedarf oder einer Beeinträchtigung“ steht ab sofort auf den Websites von KZBV, BZÄK, BAGFW und bpa zum kostenlosen Download bereit: www.kzbv.de, www.bzaek.de, www.bagfw.de, www.bpa.de.

Zahnarztpraxen können zudem über die Website der KZBV kostenlose Druckexemplare für die Auslage im Wartezimmer bestellen.

Pflegedienste, Pflegeheime und sonstige Einrichtungen informieren sich über Bezugsquellen unter www.bagfw.de/veroeffentlichungen/publikationen oder bei der jeweiligen bpa-Landesgeschäftsstelle.

Kostenlose Bestellungen von Druckexemplaren sind für Pflegedienste, Pflegeheime und sonstige Einrichtungen auch online über eine eigens dafür eingerichtete Datenbank der KZBV möglich.

21.01.2020 DGA | Quelle: Bundeszahnärztekammer


Schulungskoffer jetzt preisgekrönt

Schulungskoffer jetzt preisgekrönt

„Koffer voller Wissen“ mit Präventionspreis ausgezeichnet

Das Projekt „Ein Koffer voller Wissen: Mundpflege in der Pflege“ der Bayerischen Landeszahnärztekammer (BLZK) – unterstützt von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Bayerns (KZVB) – ist weiter auf Erfolgskurs. Am 8. November wurde der Schulungskoffer, mit dem Zahnärzte Pflegepersonal zum Thema Mundhygiene bei Pflegebedürftigen schulen, mit dem zweiten Platz beim Präventionspreis „Patient und zahnärztliches Team – eine starke Allianz für die Mundgesundheit“ geehrt.

Verliehen wurde der Preis von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und CP GABA im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags in Frankfurt am Main. Die Auszeichnung ist Teil der gemeinsamen „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“. Bei der Auswahl der Sieger war der unabhängigen Expertenjury vor allem wichtig, dass die Projekte praxisnah und ergebnisorientiert anwendbar sind.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für unseren Schulungskoffer. Es ist schön zu sehen, dass ein am unmittelbaren Bedarf orientiertes Projekt so gewürdigt wird“, sagt Christian Berger, Präsident der BLZK und 1. Vorsitzender des Vorstands der KZVB. Dotiert ist der zweite Platz mit einem Preisgeld von 1.500 Euro. Es soll in das Projekt reinvestiert werden.
Die weiteren Gewinner des Präventionspreises


Den ersten Platz beim Präventionspreis belegten die Zahnärztin Houma Kustermann und die Gesundheitspädagogin Sybille van Os-Fingberg von der Zahnarztpraxis DENTROPIA in Rottweil, die gemeinsam das Praxiskonzept „Zahnmedizin plus Pädagogik“ entwickelt haben.

Der dritte Platz ging an die Zahnärzte Dominic Jäger und Dominik Niehues von „Die FachZahnarztPraxis“ in Geseke, die in ihrer Praxis eine Alten- und Behinderten-Spezialsprechstunde etabliert haben. Sie sind auch ein gutes Beispiel dafür, wie der Schulungskoffer in der Praxis Anwendung findet: Wie Jäger und Niehues bei der Preisverleihung berichteten, arbeiten sie schon seit Längerem gern und erfolgreich mit dem „Koffer voller Wissen“ von BLZK und KZVB.

Bildunterschrift: v.l.: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, Christian Berger, Präsident der BLZK und 1. Vorsitzender des Vorstands der KZVB, Nina Prell, Referat Patienten und Versorgungsforschung der BLZK, Isolde M. Th. Kohl, Leiterin des Geschäftsbereichs Kommunikation der BLZK, und Dr. Marianne Gräfin von Schmettow, CP GABA.


„Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“

„Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“

Zahnmedizinisches Engagement in Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung dringend erforderlich

Die Idee ist relativ jung aber dennoch hoch aktuell: Medizinische Zentren für die Behandlung von Erwachsenen mit Behinderung (MZEB) sollen dazu beitragen, die Betroffenen umfassend und angemessen zu betreuen. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Schulte (Uni Witten/Herdecke) stellte eine Session der Arbeitsgemeinschaft Zahnmedizin für Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf (AG ZMB) in der DGZMK unter dem Thema „Beteiligung der Zahnmedizin bei den Medizinischen Zentren für Erwachsene mit Behinderung“ im Rahmen des wissenschaftlichen Kongresses zum Deutschen Zahnärztetag 2019 die dringende Notwendigkeit solcher Zentren vor. „Auf diesem Feld gibt es für die Zahnmedizin noch einiges zu tun“, stellte Prof. Schulte heraus und ergänzte, dass die im ganzen Bundesgebiet entstehenden MZEB auf die Mitwirkung von Zahnärzten angewiesen sind.

Dr. Anne Bredel-Geissler, Leiterin eines MZEB in Mainz, referierte zunächst aus medizinischer Sicht, wie sehr komplexe Behinderungen, insbesondere in Kombination mit geistiger Behinderung, regelhaft eine Vielzahl von Beeinträchtigungen in großer Variationsbreite, Schwere und in unterschiedlicher Kombination aufweisen, die sich wechselseitig beeinflussen. Die üblichen Instrumente von Diagnostik und Therapie würden hier häufig versagen. Maßnahmen der täglichen Pflege benötigen Erfahrung und Zeit. Gerade die Zahnpflege bleibe aus unterschiedlichen Gründen oft unzureichend. Dr. Bredel-Geissler: „Die Prävalenz von Karies oder Parodontitis ist bei Menschen mit komplexen Behinderungen deutlich erhöht. Fehlende Mitteilungsmöglichkeiten führen oft zu atypischen Symptomen im Sinne problematischer Verhaltensweisen, die in Unkenntnis der Ursache durch pädagogische Maßnahmen oder Psychopharmaka therapiert werden.“

Sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen seien also wesentliche Elemente für eine angemessene und zielführende Gesundheitsversorgung dieser Menschen. Die zahnärztliche Versorgung erfordert spezielle Kenntnisse der Behinderungsformen und Syndrome ebenso wie Erfahrung und Einfühlungsvermögen, wenn eine zielführende Behandlung gelingen solle.

Einblicke in diese Praxis gab San.-Rat Dr. Michael Rumpf. Der frühere Präsident der Landeszahnärztekammer Rheinland-Pfalz beschrieb die Behandlung von Menschen mit Behinderung im zahnärztlichen Alltag als eine besondere, aber interessante Herausforderung. Rumpf: „Die Behandlung schwerstbehinderter Menschen stellt uns vor große Probleme . Bei Erwachsenen ist durch die Einrichtung von medizinischen Zentren für die Behandlung von erwachsenen Behinderten ( MZEB ) nun eine neue Betreuungsform geschaffen worden.“ Eine zahnärztliche konsiliarische Tätigkeit in dieser Einrichtung zeige multiple Probleme einer nachhaltigen Versorgung auf. Dabei gehe es nicht nur um eine Lösung von Akutfällen, sondern um eine der UN-Behindertenrechtskonvention angepasste adäquate Versorgung dieser Patientenklientel. Dabei stünden Fragen wie die Mitwirkung von niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bei der Behandlung im Wachzustand, in Sedierung oder in Vollnarkose im Mittelpunkt.

Eines wurde in seinem bildgestützten Vortrag besonders deutlich: ohne vorurteilsfreie Empathie und Zuwendung für diese Patienten ist eine Behandlung kaum möglich. Am Beispiel eines Patienten stellte Rumpf dar, wie sich über Vertrauensaufbau eine Basis für Behandlungen im Wachzustand schaffen lässt. Mit seiner Anwesenheit während der Session unterstrich auch der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, die Bedeutung des Themas.

Bildunterschrift: Diskutierten gemeinsam das Thema MZEB: (v.l.) Dr. Gisela Goedicke-Padligur, Dr. Peter Engel, Prof. Dr. Andreas Schulte, San.Rat Dr. Michael Rumpf, Dr. Christian Junge und Dr. Anne Bredel-Geissler